Prinzipien / Principles
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Den nachfolgenden Text hat unser Pfarrer im Informationsblatt einer amerikanischen Gemeinde gefunden und bat mich, ihn zu übersetzen. Ich finde ihn so gut, daß ich ihn meinen Besuchern nicht vorenthalten möchte. Deshalb steht er hier für Sie zum Lesen und Beherzigen

10 Prinzipien für das 21. Jahrhundert

Wir müssen uns vergessener Wahrheiten erinnern, um Falsches richtig zu stellen

Von Michael Obsatz von den Lutheranern

Amerika sieht mit der Konfrontation mit dem Jahr 2000 schrecklich ernsten Problemen entgegen - nicht nur in Bezug auf Computer - . Viele Bürger leben in extremer Armut. Aber seit 1950 haben die Amerikaner ebensoviel konsumiert wie die gesamte zivilisierte Welt bis zu diesem Datum. Viele Kinder können nicht lesen und versagen bei den üblichen Prüfungen. Einige Jugendliche töten ihre Eltern und andere Kinder. Die Scheidungsrate nimmt zwar ab, ist jedoch nach wie vor hoch. Der Kirchenbesuch ist sehr gering. Mehr Menschen als jemals zuvor sagen, daß sie den Politikern, der Polizei und dem Rechtssystem nicht trauen. Und wir fragen uns: Was ist falsch gelaufen?

Vielleicht liegt es daran, daß viele Menschen in unserem Land die jüdisch-christlichen, ethischen Grundsätze vergessen haben. Die 10 Gebote waren schließlich nicht "Zehn Vorschläge". Die Anweisung von Jesus, Gott von ganzem Herzen zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben, war genau das - eine Anweisung, ein "neues Gebot". Hier sind 10 Grundsätze, die auf diesem ethischen Fundament aufbauen. Wenn die Menschen sich dieser erinnern und danach leben, wird dies ein Anfang sein, die Probleme des Landes zu lösen.

Anmerkung: Obwohl dies im Hinblick auf Amerika geschrieben worden ist, erscheinen diese Grundsätze auf jedes Land der sog. Westlichen Welt übertragbar.

  1. Das ganze Leben ist geheiligt - das von jedem, ob reich oder arm, alt oder jung, gesund oder behindert.
    Wir müssen das Leben jedes Menschen achten und einander mit Güte und Würde behandeln. Wenn wir Menschen abstempeln und versuchen, sie ihrer Rechte zu berauben, werden sie verärgert. Gewalt endet nicht, bis alle Menschen sich fair behandelt fühlen.
  2. Liebe ist wichtiger als Geld.
    Wenn wir davon besessen sind, Nichtigkeiten, Spielzeug und Reichtum anzuhäufen, lieben wir Dinge. Es sind jedoch die Menschen, die unsere Zeit, unsere Energie, unsere Aufmerksamkeit und unsere Liebe brauchen. Gott liebt uns und nimmt uns an, so wie wir sind. Gott möchte, daß wir umsichtig und voller Mitgefühl für andere leben.
  3. Die Technologie kann nicht die Sorge eines Menschen um sein Gegenüber ersetzen.
    Wir brauchen den zwischenmenschlichen Kontakt, der nicht durch Maschinen wie Computer, Bank Automaten und Fernseher ersetzt werden kann. Wenn die Menschen den Sinn für den zwischenmenschlichen Kontakt verlieren, vereinsamen sie und entfremden sich einander.
  4. Die Ehe verlangt Hingabe.
    Die Menschen sind nicht vollkommen. Mit jemandem ein ganzen Leben zu verbringen, verlangt Vergebung und Gnade, die Bereitschaft, Energien dafür einzusetzen und Opfer zu bringen, und den Partner mit all seinen Schwächen anzunehmen.
  5. Kinder lernen, so zu sein, wie die Menschen um sie herum.
    Wenn wir wollen, daß unsere Kinder zu verantwortungsbewußten Erwachsenen heranreifen, müssen wir die notwendige Zeit aufbringen, und ihnen gute Vorbilder und Lehrer sein. Kinder, die von Gewalt überschwemmt werden, gleichgültig ob in der Realität oder durch die "Vergnügungsbranche", neigen dazu selbst gewalttätig zu handeln.
  6. Versuche, Schmerz und Leid zu verleugnen, funktionieren nicht.
    Menschen, die körperliche, sexuelle oder seelische Schädigungen erleiden, werden ihre Verletzungen weitergeben, es sei denn sie machen einen Heilungsprozeß durch. Ihre Verletzungen werden Wege finden, aufzubrechen. Viele Menschen machen auf ihre Schmerzen aufmerksam, indem sie anderen wehtun.
  7. Fehler sind nicht das Ende der Welt.
    Wir können und müssen aus unseren Fehlern lernen - und wir müssen eine Chance erhalten, nochmal neu zu beginnen. Wir müssen auch versuchen, anderen zu vergeben, die falsch gehandelt haben. Menschen, die behaupten, sie hätten sich nie geirrt oder hätten nie gesündigt, verneinen sich selbst.
  8. Gewöhnliche Helden müssen beachtet werden - und es darf ihnen zugejubelt werden.
    Ruhm und Reichtum sind nicht die wichtigsten Ziele. Die alltäglichen Helden sind es, durch die das Licht Gottes leuchtet, und die die Welt verbessern.
  9. Die Probleme eines Landes können nicht durch Gesetze gelöst werden.
    Die Probleme eines Landes werden durch ein neues Erwachen auf geistlicher Ebene gelöst und durch ein Wachstum an Liebe, Güte, Mitleid und Verantwortungsbewußtsein. Wir müssen mehr sein als nur Zuschauer.
  10. Gott ist immer für uns da.
    Gott ist in guten und in schlechten Zeiten bei uns. Er wartet nur darauf, daß wir den rechten Weg einschlagen.

Wenn wir anfangen, uns dieser Grundsätze zu erinnern und sie auch ausleben, wird unsere Welt ein friedvollerer und liebenswerterer Ort werden. Es beginnt alles bei einem einzigen Menschen, dann geht es weiter mit einer Familie, dann mit einer Gemeinde und einem Land. Wir können Habsucht in Mitleid verwandeln, Eigensucht in Großzügigkeit, Hoffnungslosigkeit in Hoffnung.

Obsatz ist ein angegliederter Professor der Soziologie am Macalester College, St. Paul, Minn., sowie ein Familienseelsorger, Seminarleiter und Gruppenleiter für zwischenmenschliche Unterstützung.

 

Übersetzt von Korinna Söhn

What is written here originally stood in "The Lutheran". I personally consider these principles so good that I think they should be made known to as many people as possible.

10 principles for the 21st century

We must remember the forgotten truths to right wrong

By Michael Obsatz from "The Lutheran"

America faces incredibly serious problems - and not just of the computer variety - as we confront Y2K, the year 2000. Many citizens live in extreme poverty. But since 1950, Americans have consumed as much as the entire world did up until that date. Many children can't read and are failing standardized tests. Some youths are killing their parents and other children. The divorce rate is decreasing but still high. Church attendance is down. More people than ever before say they don't trust politicians, the police or the legal system. And we wonder: What's gone wrong?

Perhaps it's that many in our country have forgotten the basic principles of the Judeo-Christian ethical foundation. The Ten Commandments, after all, weren't the "Then Suggestions". Jesus' direction to live God with all of one's heart and to love one's neighbour as oneself was just that - a direction, a "new commandment". Here are 10 principles that build on this ethical foundation and, if remembered and lives out by people, will begin to solve the country's problems.

Note: Though written with the focus on America, these principles seem apt for any of the countries in what we call the Western World.

  1. All life is sacred - everyone's, rich and poor, old and young, able-bodies and disabled.
    We must respect the lives of all and treat each other with kindness and dignity. When we label people and try to exclude them or deprive them of their rights, they become angry. Violence won't end until all people fee fairly treated.
  2. Love matters more than money.
    When we're obsessed with owning gadgets, toys, and property, we love things. It's people who need our time, energy, attention and love. God loves and accepts us as we are. God wants us to live with care and compassion for others.
  3. Technology can't take the place of face-to face caring.
    We need human contact that can't be substituted with machines - computers, automated bank tellers, TVs. If people lose a sense of human contact, we'll become lonely and alienated.
  4. Marriage requires commitment.
    People aren't perfect. To be with someone for a lifetime requires forgiveness and grace, willingness to devote energy and make sacrifeces, acceptance of a partner's limitations.
  5. Children learn to be like those around them.
    We must spend the time it takes to be good role models and mentors if we want children to mature into responsible adults. Children who are inundates with violence, real or in "entertainment", tend to act with violence.
  6. Attempts to deny pain and suffering don't work.
    Unless they go through a healing process, people who suffer physical, sexual or emotional abuse will continue to hurt. Their hurt will find a way to come out. Many people express their pain to hurt others.
  7. Mistakes aren't the end of the world.
    We can and must learn from our mistakes - and be given an opportunity to start over. We must also try to forgive others who have wronged us. People who pretend they have never erred or sinned are in a state of denial.
  8. Ordinary heroes must be noticed - and cheered.
    Celebrity and wealth aren't the most important goals. It's the everyday heroes who let God's light shine through them who really make the world a better place
  9. The nation's problems can't be legislated away.
    Social problems are solved through spiritual awakening and the development of love, grace, compassion and accountability. We have to be more than spectators.
  10. God is always here for us.
    God is with us through the good and the bad times - waiting for us to take the right path.

If we begin to remember these principles and start living them out, our world will become a more peaceful, more loving place. It all starts with one person, then one family one neighbourhood, one country. We can transform greed into compassion, narcissism into generosity and despair into hope.

Obsatz is an associate professor of sociology at Malacester College, St. Pail, Minn., and a family counselor, workshop leader and men's support group faciliator.