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September 2004

Es muß nicht immer Bundesliga sein

In den obersten Spitzen der Funktionäre wird schon seit langer Zeit immer wieder diskutiert, ob denn die Bundesliga im Schießsport wirklich publikumswirksam sei. Kommen genügend Zuschauer? Ist das Schießen überhaupt attraktiv, oder ist es eher langweilig, immer nur auf die elektronischen Scheiben zu sehen? Die eigentlichen Akteure, die Schützen bewegen sich ja sowieso so gut wie überhaupt nicht. Wozu also hinsehen?

In dem kleinen Örtchen Neubau am Fuße des Fichtelgebirges denkt man über so etwas gar nicht erst nach. Da lädt man zu einem Schauwettkampf ein, und es kommen so viele Teilnehmer und Zuschauer, daß das Schützenhaus fast aus allen Nähten platzt.
45 Schützen hatten sich zu diesem Wettkampf am letzten Oktoberwochenende 2004 angemeldet. Eigentlich hätten noch viel mehr mitmachen wollen, aber mehr elektronische Stände und somit mehr Platz gab es nicht.
So wurden also in neun Gruppen zu je fünf Schützen die Vorrunden geschossen. Das waren 10 Schuß mit Zehntelwertung. Die 15 besten daraus kamen in die Hauptrunde, und die 5 besten daraus schossen dann die Endrunde nach den Regeln eines normalen Finales.
Die Zuschauertribüne ist dort schräg, so daß man wirklich von jedem Platz aus gut sieht, sofern man sich überhaupt einen Platz hatte ergattern können. Wer keinen Stuhl mehr fand, setzte sich auf die Treppe oder auf den Boden oder stand an der Seite. Gleichgültig, wo man sich befand, bei jedem sehr guten Zehner wurde gejubelt, geklatscht oder mit Kuhglocken geläutet. Wer sich eine Pause gönnte – immerhin begann der Wettkampf um 10:00 Uhr in der Früh, und das Finale war erst am späten Nachmittag – hatte bei gegrillten Würstel und Steaks oder Kaffee und Kuchen reichlich Gelegenheit, seinen Hunger zu stillen. Am besten kamen jene Speisen an, die man schnell in die Hand nehmen konnte, denn man wollte ja drinnen nichts verpassen.
Für die Schützen war das ganze einerseits Spaß, verbunden mit dem Anreiz eines Preisgeldes, andererseits aber auch eine gute Möglichkeit, das Schießen unter harten Bedingungen zu üben. Von alt bis jung waren sie alle da, der kleine Lorenz Glutz und Sabrina Bär, zwei vielversprechende Nachwuchstalente, aber auch Jürgen Wallowski, einer der ehemals ganz Großen sowie die vielen hervorragenden Schützen dazwischen. Man sah kaum Serien mit mehr als zwei Neunern, und dabei waren viele der Teilnehmer noch in der Jugendklasse. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier.
Schießen ist interessant und spannend, das war die einhellige Meinung aller Zuschauer. Und manch ganz Kleiner meldete sich schon mal bei Wolfgang Nickl, dem Trainer vieler Jugendlicher und Organisator der Veranstaltung an. Er würde ja jetzt dann bald zehn Jahre alt werden, und da könne er doch mit dem Schießen beginnen, und überhaupt wann kann man denn auf diesem tollen Stand immer trainieren und wann darf man dann bei so etwas auch mitmachen? Wolfgang Nickl lächelte geduldig, freute sich über den Eifer der Kleinen und stellte gleich eine neue Schülertrainingsgruppe zusammen. Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt.

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September 2003

Bayerns heimliche Talentschmiede

Bereits seit einer ganzen Weile gibt es Leistungszusammenschlüsse wie RWS Franken oder die SG Oberland Holzkirchen. Dies macht auch Sinn. Viele kleine Vereine haben nur einen oder maximal zwei begabte und entsprechend fleißige Schützen. Für eine erfolgreiche Mannschaft reicht das nicht. Hinzu kommt, daß ein Training mit Gleichgesinnten, also mit Schützen, die ebenfalls Meisterschaften entgegenfiebern, bedeutend effizienter ist, als wenn ein ambitionierter Schütze ganz alleine trainiert. Von einem Erwachsenen kann man vielleicht noch erwarten, daß er für sich trainiert, während die anderen um ihn herum das Schießen vielleicht nur als gesellschaftliche Abwechslung betrachten. Ein Jugendlicher jedoch benötigt permanenten Ansporn. Diese Leistungszusammenschlüsse sind also wirklich gut, besonders auch um den Nachwuchs zu fördern.

Am Rande des Fichtelgebirges in dem kleinen Örtchen Neubau am Fichtelsee gibt es seit zehn Jahren einen Schießstand. Er ist inzwischen ausgerüstet mit vier elektronischen Luftgewehrständen neben 12 Zugständen sowie acht KK-Ständen - zwei davon elektronisch - für 50m Entfernung und vier Pistolenständen für 25m. Die Raumaufteilung ist hervorragend mit Aufenthaltsraum, Umkleinderäumen, diversen Büros und Auswertungszimmern und sogar einer Zuschauertribüne hinter den elektronischen LG-Ständen, auf der bis zu 50 Besucher Platz haben. Diese Zuschauertribüne wird auch eifrig genützt, wenn Wettkämpfe oder Schauveranstaltungen abgehalten werden.

In Neubau befindet sich nämlich das Leistungs- und Trainingszentrum des Gaus Oberfranken-Süd. Trainer Wolfgang Nickl hat sich spezialisiert auf das Heranziehen des Nachwuchses, obwohl er für Schützen jeden Alters ein hervorragender Trainer ist. Er sieht alles und findet Fehler oder Ursachen für Schwachpunkte meist auf Anhieb, während er den Schützen geduldig und aufmerksam beobachtet. Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Umland kommen nach Neubau, um dort miteinander zu trainieren und sich auf die Meisterschaften vorzubereiten. Die Eltern nehmen oftmals lange Anfahrtswege in Kauf, doch die Mühen lohnen sich. Den Kindern sieht man die Freude an ihrem Sport an, und die Erfolge beweisen, daß Neubau wirklich eine Talentschmiede für den Schützennachwuchs ist.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2003 belegte Sabrina Bär in der Disziplin LG stehend mit 390 Ringen den 8. Platz in der Jugendklasse. Mit derselben Ringzahl hatte sie wenige Wochen zuvor den Landesschützenmeisterpokal gewonnen. Johannes Graf wurde in der Disziplin LG 3 Stellung in der Schülerklasse mit 291 Ringen sogar Deutscher Meister. Dies sind nur einige der vielen Erfolge der LGS. Wer mehr wissen möchte, findet das hier.


 

 

Training in der Luftgewehrhalle in Neubau





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