Großkaliber Gewehr 300 m
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März 2001

Es ist inzwischen ganz sicher: Die Deutschen Meisterschaften GK 300 m werden an demselben Ort wie im Jahr zuvor stattfinden, nämlich in Zeven Seedorf.
Und warum nicht in Hochbrück?
Ganz einfach: Die offizielle Genehmigung der Behörden ist noch immer nicht da. Der DSB will das Risiko nicht eingehen, am Schluß möglicherweise gar keinen Austragungsort für die Deutschen Meisterschaften zu haben.
Allerdings hofft der BSSB noch immer, vielleicht doch die Bayerischen Meisterschaften in Hochbrück austragen zu können.



11. Dezember 2000

Großkaliber 300 m in Hochbrück - wie stehen die Chancen?

Die 300 m - Anlage in München-Hochbrück ist mittlerweile komplett renoviert worden, und es wurden dort 42 vollelektronische Stände der Fa. Polytronik eingebaut. Laut Aussage eines Schützen haben die Scheiben "schweizer Abstand", was bedeutet, daß sie sehr nahe beieinander stehen.
Am 11. Dezember 2000 fand ein Funktionstest auf der Anlage statt. Rudolf Scheib von der HSG München war der Schütze, und ein ganzes Team von Experten haben seine Schießkünste - oder vielmehr die Tauglichkeit der Anlage - voll ins Visier genommen.
Alles hat geklappt. Wir dürfen uns über diese wunderschöne Anlage wirklich freuen.

Ob sie allerdings 2001 tatsächlich in Betrieb genommen werden wird, hängt von den Richtern ab. Da gibt es ja immernoch diese Klage wegen der Lärmbelästigung. Allerdings hat man bei diesem Funktionstest ebenfalls festgestellt, daß der Verkehrslärm der angrenzenden Straße höher ist als der Lärm durch die Schußabgaben. Außerdem wurde festgestellt, daß die Klage der Anwohner wegen der Lärmbelästigung wohl eher vom Krach auf dem angrenzenden Bundeswehrgelände herrührt.
Es besteht also berechtigte Hoffnung, daß wir 2001 alle Meisterschaften GK 300 m auf der Anlage in München-Hochbrück werden austragen können. Und vielleicht wird man dort sogar gelegentlich trainieren können. Wer weiß?




Deutsche Meisterschaften 2000 Großkaliber Gewehr 300 m

Die deutschen Meisterschaften Großkaliber Gewehr 300 m sowie Ordonanzgewehr fanden in diesem Jahr zu ersten mal in Zever-Seedorf, einem kleinen, verträumten Ort noch ein ganzes Stück hinter Bremen statt. Bei der Einladung dazu hatte der DSB unter den Schützen ganz schön Aufruhr verursacht. Der Grund war dieser:

Da es auf diesem Stand Kunststoffkugelfänge nämlich aus Granulat gibt, wurden keine Holhspitzgeschosse zugelassen, wie sie üblicherweise die Sportschützen haben sondern nur Vollmantelgeschosse, wie sie beim Militär verwendet werden.

Der Stand in Zever ist nämlich ein Natostand, der den Holländern gehört. Der Deutsche Schützenbund mußte also bei den Holländern um Genehmigung ersuchen, um in Deutschland deutsche Meisterschaften abzuhalten. Aber das nur nebenbei.

Die Aufregung bei den Schützen war groß. Wie sollte man mit Vollmantelgeschossen Spitzenergebnisse erzielen? Wo gibt es solche überhaupt? Muß man sie selbst wiederladen? Aber wie? Gerd Mückl vom DSB wurde mit Anrufen bombardiert, aber letztendlich konnte auch er keine Auskunft geben. Er meinte, mal solle halt mal kommen, und dann würde man schon sehen, und vielleicht sei ja alles doch gar nicht so wild.

Einzig Florian Hasler kam nicht. Alle anderen reisten in die Ungewißheit, ausgerüstet mit ihrer üblichen Munition und hoffend, daß irgendwie doch alles gut gehen würde.

Es ging. Über Munition wurde vor Ort einfach nicht gesprochen. Jeder schoß mit dem, was er mitgebracht hatte. Die Organisation der ganzen Veranstaltung war hervorragend. Preußisch perfekt, könnte man es nennen, läge Zever dafür nicht ein paar hundert Kilometer zu weit westlich.

Es gab insgesamt 15 Stände. Über jedem Schützen war zum Schutz vor Witterungseinflüssen ein Zeltdach aufgebaut, und man hatte genügend Platz, sich entsprechend auszubreiten.

Am ersten Tag wurde die Königsdisziplin, GK 3 x 40 geschossen. Insgesamt 13 Schützen traten dazu an. Der Himmel war bedeckt, es ging kaum Wind, es war richtig gut zum Schießen. Matthias Raiber gewann mit 1166 Ringen, dicht gefolgt von Hubert Bichler mit 1163 Ringen. Dann wurde der Abstand schon größer. Friedl Roggendorf belegte mit 1152 Ringen den 3. Platz, und der Rest der Schützen war weit abgeschlagen.

Am nächsten Tag folgte GK Standartgewehr. GK 300 m ist die einzige Disziplin, in der hier noch mit echten Standartgewehren geschossen werden muß. Bei KK darf der Schütze bei 3 x 20 ja inzwischen ein Sportgewehr benützen und hat damit sehr viel Freiheiten.

33 Schützen traten an, und es regnete den ganzen Tag über in Strömen. Die Schützen waren zwar durch die Zeltdächer geschützt, aber zu beiden Seiten von ihnen preschte das Wasser nur so herunter. Bereits beim zweiten Durchgang drohten die Schützen beinahe davonzuschwimmen. Helfer zogen kurzer Hand zwischen den Zelten Gräben, damit das Wasser ablaufen konnte. Dennoch mußte der Wettbewerb ein paar mal unterbrochen werden, weil wegen der heftigen Wolkenbrüche die 300 Meter entfernte Scheibe einfach nicht mehr zu sehen war.

Sieger wurde schließlich Friedl Roggendorf, zweiter Matthias Raiber, beide mit hervorragenden 575 Ringen.

Am Samstag gab es die Disziplin Liegendkampf mit 81 Startern. Das bedeutete sechs Durchgänge. Die Mannschaftsschützen waren so verteilt, daß immer nur einer pro Durchgang schoß und in jedem zweiten Durchgang der nächste Schütze einer Mannschaft folgte.

Der Himmel war bedeckt, es gab kaum Wind, und durch den Regen des Vortages war die Luft glasklar, was eine hervorragende Sicht zur Folge hatte. Die äußeren Bedingungen waren wirklich in alle Durchgängen ziemlich gleich, und entsprechend wurde in allen Durchgängen sehr hoch geschossen.

Der Überraschungssieger des Tages war jedoch nicht einer der Favoriten sondern Steffen Klenk mit dem Rekordergebnis von 600 Ringen! Friedl Roggendorf folgte an 2. Stelle mit 597 Ringen, Matthias Raiber wurde 3. mit 596 Ringen, und den 4. und 5. Platz mit jeweils 595 Ringen belegten Fleischmann und Bichler.

Die Mannschaftssieger:

  • 1. SV Süßen
  • 1782 Ringe

  • 2. Altenkurchener SG
  • 1777 Ringe

  • 3. HSG München
  • 1775 Ringe


    Die Lügen und die Willkür des DSB.

    2. 10. 1999

    Zu den hier dargelegten Vorfällen nahm der DSB, vertreten durch den Bundessportleiter, Heinz Hüter, in einem Schreiben vom 17. 9. an die HSG München Stellung. Er behauptet insbesondere, die unten geschilderten Vorfälle entsprächen nicht der Wahrheit.
    Um die Sachlage so objektiv wie nur möglich beurteilen zu können, ist hier eine Gegenüberstellung der Aussagen aufgelistet:

    Aussagen von Florian Hasler:

    Aussagen von Heinz Hütter:

    Die Ummeldung zur Startzeitverlegeung wurde am Donnerstag, den 5. 8. am Nachmittag beantragt.

    Die Ummeldung von F. Hasler wurde am Freitag, den 6. 8. gegen 14: 30 Uhr beantragt.

    Der Antrag auf Startzeitverschiebung von Rudolf Krenn erfolgte nach dem Antrag von F. Hasler. Diese Information hatte F. Hasler von einem anderen Schützen erhalten.

    R. Krenn beantragte Startzeitverschiebung am Donnerstag bereits gegen 11:30 Uhr, also vor F. Hasler, hat diesen Antrag aber dann zurückgezogen, weil man ihn seitens der Schießleitung auf die Konsequenzen aufmerksam gemacht hatte, daß er dann nicht mehr als Mannschaftsschütze gewertet werden könne.

    Die Schießleitung wußte bereits am Freitag Abend, daß F. Hasler durch den Startzeittausch nicht mehr als Mannschaftsschütze gelten kann und damit die Mannschaft der HSG München nicht komplett ist und somit als nicht angetreten bewertet wird, hat aber F. Hasler diesbezüglich nicht informiert.

    Hans-Werner Harbeck ist erst am 6. 8. Gegen 7:30 Uhr auf der Anlage in Amberg eingetroffen. Erst am Samstag, den 7. 8. in der Früh, während F. Hasler bereits schoß, hat er erfahren, daß dieser Startzeittausch beantragt und vorgenommen hat. Am Freitag Abend hatte er noch keine Information über den Startzeittausch von F. Hasler.

    Kommentar zur Gegenüberstellung dieser Aussagen:

    Florian Hasler hat eindeutig bereits am Donnestag, den 5. 8. den Startzeittausch beantragt. Die diesbezügliche Aussage von H. Hütter ist falsch.

    Begründung:

    Florian Hasler hat am Donnerstag, den 5. 8. zweimal Startzeittausch beantragt, nämlich für GK Liegend am Samstag und für GK Standard am Freitag. F. Hasler konnte wohl kaum am Freitag in der Früh zur geänderten Zeit schießen und erst am Nachmittag diesen Startzeittausch beantragen. Das ist nicht möglich. Willi Lehmann hat beide Startzeittauschs in der Startkarte von F. Hasler und auf allen Listen eingetragen und per Unterschrift bestätigt. Es ist nur eine Unterschrift auf der Startkarte von F. Hasler. Dies bedeutet, F. Hasler war nur einmal bei Willi Lehmann, nämlich am Donnerstag.

    Rudolf Krenn hat in einem Schreiben vom 20. 8. 1999 an Herrn Hütter diesem mitgeteilt, daß er bereits am Donnerstag, den 5. 8. gegen 11:30 Uhr den Startzeittausch beantragt habe. Die Schießleitung, vertreten durch Max Mückl, machte ihn ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Startzeittausch nur innerhalb der Mannschaft zulässig sei. Daraufhin zog er seinen Antrag zurück.
    Das bedeutet, der Antrag von R. Krenn lag zeitlich vor dem von F. Hasler. Warum wurde F. Hasler nicht ebenfalls bereits bei Antragstellung auf die Folgen eines Startzeittauschs aufmerksam gemacht?
    Willi Lehmann, der am Schießplatz in Amberg eindeutig zu den Funktionären bzw. zur Schießleitung gehörte, machte F. Hasler jedoch nicht auf die Tragweite des Startzeittauschs aufmerksam. Auch keine andere Person aus dem Gremium der Offiziellen sagte diesbezüglich etwas zu F. Hasler, obwohl sich dieser den ganzen Tag über auf dem Schießgelände aufhielt. Hier liegt eindeutig ein Fehlverhalten der Schießleitung vor.

    Hans-Werner Harbeck traf laut Aussage von Heinz Hütter am Freitag gegen 7:30 Uhr auf der Anlage ein. Warum wußte er dann am Freitag Abend nicht, was tagsüber vorgefallen war? Wenn er sich als verantwortlicher Schießleiter ausgibt, hätte er doch über die Ereignisse des Tages informiert sein müssen.
    Wenn also H.-W. Harbeck nicht oberster Schießleiter war, wer hatte dann die Verantwortung? Wer aus den Reihen des DSB ist schuld daran, daß Florian Hasler im Gegensatz zu Rudolf Krenn nicht über die Folgen eines Startzeittauschs aufgeklärt wurde und dadurch die Mannschaft der HSG München als nicht angetreten gewertet wurde?

    Und hier die Rechtsgrundlage, mit der DSB die Nichtwertung der Mannschaft der HSG München begründet:

    § 0.7.6.2.3 der Sportordnung:
    Die Verteilung der Startzeiten und Stände regelt der Veranstalter und im Bedarfsfall die Schießleitung vor Ort.

    Die ist ganz offiziell geschehen. Willi Lehmann als Vertreter der Schießleitung hat den Startzeittausch genehmigt und in allen Listen eingetragen.

    § 0.7.6.2.5 der Sportordnung:
    Mannschaftswettbewerbe sind nach Möglichkeit geschlossen durchzuführen. Eine Gleichstellung der Mannschaften soll durch die Standverteilung erreicht werden.

    Dies sind Kann-Bestimmungen!!! Es war jedoch sowieso nicht möglich, daß alle Mannschaftsschützen in einem Durchgang schießen, da mehr Mannschaftsschützen antraten, als Stände zur Verfügung standen. Bereits im ersten Durchgang, also in dem Durchgang, in dem auch F. Hasler schoß, starteten Mannschaftsschützen anderer Mannschaften. Das bedeutet, die verlangte Gleichstellung der Mannschaften war gegeben, obwohl F. Hasler nicht auf einem Mannschaftsplatz der HSG schoß.
    Das bedeutet jedoch letztendlich auch, daß R. Krenn eigentlich ebenfalls hätte die Startzeit tauschen dürfen, ohne Gefahr zu laufen, seine Mannschaft würde dann disqualifiziert. Somit hat also nicht Willi Lehmann einen Fehler begannen, indem er F. Hasler den Startzeittausch ohne weiteres genehmigte, sondern es haben Max Mückel sowie die Schießleitung den Fehler begannen, eine Kann-Bestimmung der Sportordnung falsch auszulegen.
    Und ganz abgesehen davon war Startzeittausch in den vorangegangenen Jahren durchaus üblich und war auch vollkommen richtiger Weise immer genehmigt worden.
    Die Disqualifikation einer Mannschaft wegen Startzeittauschs eines Schützen war also in diesem Jahr ein reiner Willkürakt der Schießleitung ohne jegliche rechtliche Grundlage!

    Auch, ja gerade nach diesem Schreiben von Heinz Hütter kann sich der neutrale Beobachter nicht des Eindrucks erwehren, daß bei diesen Deutschen Meisterschaften in Amberg der DSB eindeutig Florian Hasler bzw. die Mannschaft der HSG München hat ins offene Messer laufen lassen.

    Fehler kann jeder machen. Die wahre Größe eines Menschen erkennt man jedoch daran, daß er den Mut hat, einen Fehler einzugestehen.

    Hier aber wurden Fehler seitens der Schießleitung weder zugegeben noch revidiert sondern vielmehr durch alle möglichen Rechtfertigungsversuche zu vertuschen gedacht.
    Über eine derart unsportliche Verhaltensweise von Funktionären muß die Öffentlichkeit informiert werden schon als Warnung, damit in Zukunft nicht anderen Mannschaften ähnliches passiert.





    Großkaliber Gewehr 300 m

    Deutsche Meisterschaften in Amberg , 5. - 7. August 1999

    Protokoll einer Schiebung

    Donnerstag, 5. Aug. 1999

    Wettbewerb GK Freigewehr

    Der Schütze, Florian Hasler, HSG München, geht nach Beendigung seines Wettkampfes zur Schießleitung. Er ist für die Disziplin GK Liegend (Mannschaft und Einzel) für Samstag, Startzeit 14:00 Uhr eingeteilt. Sein Vereinskamerad, Konrad Würzberger hat für diesen Tag Startzeit 8:00. Da Konrad Würzberger nur die Disziplin GK Liegend (Einzel) schießt und dafür extra aus München anreist, bietet es sich an, mit ihm zu tauschen. Florian Hasler ist sowieso in Amberg und würde bereits um 8:00 Uhr schießen; Konrad Würzberger könnte dadurch am Samstag in aller Ruhe am Vormittag anreisen und dann ohne Streß mittags schießen.
    Auf seiner Suche nach der Schießleitung trifft Florian Hasler zuerst auf Dieter Ohmeier (Jury Mitglied), der ihn an Willi Lehmann verweist. Willi Lehmann genehmigt den Tausch, trägt die Änderung in die Listen ein und unterschreibt als Bestätigung auf Florian Haslers Startkarte.

    Freitag, 6. Aug. 1999:

    Wettbewerb GK Standard-Gewehr

    Nach dem Wettkampf geht Rudolf Krenn, SJV Kropfmühl, zur Schießleitung und beantragt ebenfalls Startzeittausch mit einem Schützen seines Vereins. Der Tausch wird ihm nicht genehmigt.
    Zu dieser Zeit hat die Schießleitung bereits folgenden Beschluß gefaßt: Die Mannschaft der HSG München wird als nicht angetreten bewertet, da nur zwei Schützen zu den für sie festgelegten Startzeiten antreten. Der dritte Mannschaftsschütze, Florian Hasler, startet auf einem Platz, der für Einzelstarter vorgesehen ist und nicht für Mannschaftsschützen. Konrad Würzberger schießt zwar auf einem Mannschaftsstartplatz, gehört aber nicht zur Mannschaft. Somit besteht die Mannschaft nur aus zwei statt aus drei Schützen und gilt damit als nicht angetreten. Kein Mitglied der HSG München wird diesbezüglich informiert, obwohl Florian Hasler sich den ganzen Tag über auf dem Schießgelände aufhält.

    Samstag, 7. Aug. 1999

    Wettbewerb GK Liegendkampf

    Es werden insgesamt fünf Durchgänge geschossen. Florian Hasler tritt zum ersten Durchgang um 8:00 Uhr an. Eine Mannschaftsummeldung wäre zu diesem Zeitpunkt durchaus noch möglich gewesen, hätte die Schießleitung Florian Hasler über die Entscheidung des Vortages informiert. Man hätte Konrad Würzberger als Mannschaftsschützen melden können, damit die Mannschaft vollständig ist. Bei einer entsprechenden Information am Donnerstag Abend hätten die beiden Schützen den Startplatztausch auch noch rückgängig machen können. Aber niemand informierte Florian Hasler.

    Bild
    Florian Hasler in Amberg
    Nach Beendigung seines Wettkampfes begegnet Florian Hasler auf dem Gelände Hans-Werner Harbeck, 300 m Referent des DSB. Inzwischen waren bereits Gerüchte aufgetaucht, daß die Mannschaft der HSG München als nicht angetreten gewertet werden würde bzw. disqualifiziert würde. Dies bestätigte sich im Nachhinein, da die HSG-Mannschaft an diesem Tag gar nicht auf den Aushanglisten geführt wurde!
    Hans-Werner Harbeck erwähnte diese Tatsache im Gespräch mit Florian Hasler nicht, bis dieser ihn direkt darauf anspricht. Erst jetzt bestätigt Hans-Werner Harbeck: Die Mannschaft der HSG München gilt als nicht angetreten. Florian Hasler wendet ein, daß doch Willi Lehmann den Tausch genehmigt habe. Hans-Werner Harbeck meint hierzu: "Was Willi Lehmann tut, geht mich nichts an, er hat keine Entscheidungsbefugnis." Allerdings gibt es an keiner Stelle des ganzen Schießgeländes einen Aushang, wer überhaupt der offiziell Verantwortliche für die Wettkämpfe ist, wer Kampfrichter ist, bzw. wer Entscheidungsbefugnis hat oder nicht.
    Nach Ende aller Wettkämpfe legt die HSG München Einspruch gegen diese Entscheidung des Kampfgerichtes ein.
    Begründung des Einspruchs:
    Der Startzeittausch wurde von Willi Lehmann, Funktionär des DSB offiziell genehmigt. Es wurde keinerlei Hinweis gegeben, daß damit die Mannschaft platzen würde.
    Der Einspruch wird mit folgender Begründung abgelehnt (Vorsitzender der Komission ist Hans-Werner Harbeck):
    Es ist nicht zu erkennen, daß für die Startzeitverlegung ein zwingender Grund vorhanden war. Mannschaftsschützen müssen zu den vorgegebenen Zeiten starten, um eine Gleichheit der Behandlung von Mannschaftsschützen zu gewährleisten.
    Dieser letzte Satz steht jedoch so nicht in der Sportordung. Zu allen fünf möglichen Startzeiten traten unterschiedliche Mannschaftsschützen an. In den vergangenen Jahren war Startzeittausch durchaus üblich, und niemand hatte je Einwände dagegen gehabt.
    Die Ablehnung des Einspruchs wird seitens der HSG München nicht akzeptiert, und es wird dagegen mit folgender Begründung Protest eingelegt:
    Florian Hasler wurde als Mannschaftsführer beim Antrag auf Änderung der Startzeit nicht auf die Konsequenz der Nichtwertung der Mannschaft insgesamt hingewiesen. Willi Lehmann wurde von Florian Hasler als offizieller Vertreter der Schießleitung angesehen (dieser hat auch so gehandelt!), der Grund für den Startzeittausch wurde mündlich besprochen, die offizielle Genehmigung wurde auf der Startkarte quittiert.
    Der zweite Einspruch wird ebenfalls abgelehnt (Vorsitzender des Gremiums ist Bundessportleiter, Heinz Hütter), Begründung:
    Die Startzeiten sind grundsätzlich verbindlich. Änderungswünsche sind mit der Schießleitung abzustimmen.

    Nach dieser Entscheidung wird der SV Bad Wimpfen mit den Schützen
    Steffen Klenk, 596, Ulrich Pfeiffer, 593 und Anton Winkler, 589 mit 1778 Ringen Mannschaftsieger.
    Die Mannschaft der HSG München mit den Schützen
    Florian Hasler, 598, Friedel Roggendorf, 597 und Andreas Heil, 586 erzielt zusammen 1781 Ringe, ist also um drei Ringe besser als der Sieger.

    Es stellen sich nun folgende Fragen:

    Viele Fragen - werden wir je die Antworten darauf herausfinden?

    Man meint immer, bei Sportarten, in denen klar mit Zahlenergebnissen gemessen wird, sei keine Schiebung möglich. Offensichtlich wohl doch. Und die Leidtragenden sind die einzelnen Sportler, die sich mit unerhörtem Fleiß, enormem Engagement und vielfachem Verzicht auf andere Dinge über lange Monate hin intensivst vorbereiten und dann derart bitter um ihren Sieg betrogen werden.

    Hier die noch die Einzelsieger in einer Übersicht:

    GK Liegendkampf 300 m

    1.

    Bernd

    Rücker

    SG Landau

    100

    100

    100

    100

    99

    100

    599

    2.

    Florian

    Hasler

    HSG München

    99

    100

    100

    100

    100

    99

    598

    3.

    Friedel

    Roggendorf

    HSG München

    99

    100

    99

    99

    100

    100

    597

    4.

    Steffen

    Klenk

    SV Bad Wimpfen

    99

    99

    99

    99

    100

    100

    596

    5.

    Andreas

    Rieger

    SV Süßen

    99

    99

    100

    99

    100

    99

    596

    6.

    Rudolf

    Krenn

    SJV Kropfmühl

    100

    100

    100

    99

    99

    97

    595

     

    GK Standard-Gewehr 300 m

    1.

    Rudolf

    Krenn

    SJV Kropfmühl

    97

    99

    196

    94

    90

    184

    99

    94

    193

    573

    2.

    Friedel

    Roggendorf

    Altenkirchener SG

    100

    98

    198

    91

    93

    184

    97

    94

    191

    573

    3.

    Christian

    Bauer

    SJV Kropfmühl

    99

    97

    196

    91

    90

    181

    94

    96

    199

    567

    4.

    Matthias

    Raiber

    SV Süßen

    97

    99

    196

    90

    88

    178

    98

    95

    193

    567

    5.

    Josef

    Iglhauf

    SV Greising

    97

    99

    196

    93

    91

    184

    92

    95

    187

    567

    6.

    Florian

    Hasler

    HSG München

    99

    100

    199

    86

    86

    172

    96

    96

    194

    565

     

    GK Freigewehr 300 m

    1.

    Friedel

    Roggendorf

    Altenkrichener SG

    398

    376

    398

    1163

    2.

    Rudolf

    Krenn

    SJV Kropfmühl

    396

    375

    389

    1160

    3.

    Christian

    Bauer

    SJVKropfmühl

    396

    374

    387

    1157

    4.

    Florian

    Hasler

    HSG München

    395

    366

    391

    1152

    5.

    Matthias

    Raiber

    SV Süßen

    398

    368

    386

    1152

    6.

    Stephen

    Marx

    SV Rhadereistedt

    390

    370

    386

    1143


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