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Sportschießen bedeutet, sich über einen längeren Zeitraum hinweg voll zu konzentrieren, eine ruhige Hand zu haben, alle Bewegungsabläufe seines Körpers unter Kontrolle zu halten, sich durch nichts ablenken zu lassen.
Und - es bereitet sehr viel Freude (besonders, wenn man auch etwas trifft.). ;-)

Über folgende Disziplinen werden Sie auf dieser Seite informiert:


Um eine Sportart auszuführen ist es nützlich, wenn man auch ein gewisses Maß an Talent dafür hat. Was hilft uns unser Talent? Was haben wir davon? Hier sind einige Gedanken zum Thema Talente.


Juli 2007
Bei den Bayerischen Meisterschaften in München-Hochbrück wurden in diesem Jahr zwei sehr interessante Neuheiten vorgestellt.


Ein Getränk, das die Konzentrationsfähigkeit erhöht, aber KEIN Doping ist

Was trinkt man als Sportschütze vor einem Wettkampf? Keinen Kaffee, keinen Tee, damit der Puls nicht zu rasen beginnt? Wie ist es mit stark zuckerhaltigen Getränken? Sie erhöhen zwar sehr rasch den Blutzuckerspiegel, aber ebenso rasch sinkt dieser wieder, und dann ist es mit der Konzentration gleich ganz vorbei.


Seit ein paar Wochen gibt es ein gänzlich neues Getränk auf dem Markt: "headstart focus plus". Im Prinzip ist es ein Fruchtsaftgetränk, aber es hat eine ganz raffinierte Rezeptur, die bewirkt, daß Körper und Geist gleichmäßig Energie zugeführt werden, wodurch die Konzentrationsfähigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg erheblich verbessert wird

Das ist nicht nur für Schützen im Wettkampf sehr interessant. Es ist auch von großem Vorteil bei Prüfungen jeglicher Art sowie überhaupt bei allen Tätigkeiten, bei denen man sich konzentrieren muß. Die Hersteller haben das Getränk bei der internationalen Dopingkontrolle testen lassen. Das Ergebnis war zu 100% negativ. Es ist kein Doping. Das schönste an dem Getränk ist, daß es zudem (nach meiner subjektiven Meinung) hervorragend schmeckt. Näheres dazu finden Sie hier.
Tom Farniks neue Schießbekleidung

Das ist schon so eine Sache mit den Jacken und Hosen für Gewehrschützen. Einerseits sollen sie möglichst steif sein, um optimalen Halt im Anschlag zu gewährleisten, andererseits aber müssen sie an den kritischen Stellen wie in den Armbeugen und unter den Achseln sehr weich sein, damit die Schützen den ganz genau passenden Anschlag finden. Für aktive Wettkampfschützen ist zudem sehr wichtig, daß die Kleidung präzise dem Reglement entspricht. All das bieten Toms neue Schießjacke und –hose. Er ist ja ein gebranntes Kind. Einmal ist es ihm nämlich passiert, daß er bei einem internationalen Wettkampf disqualifiziert wurde, weil seine weiß-blaue Schießjacke als zu steif befunden wurde. Es hatte stark geregnet, die Luft war feucht, und das grobe Leinen dieser Jacke eines bekannten Münchner Herstellers sog die Feuchtigkeit an und wurde dicker und dicker. Übrigens Kustermann Schießjacken wird es möglicherweise nicht mehr lange geben. Die Firma wurde von Anschütz aufgekauft.
Also Tom Farnik sagte sich, "so nicht" und begann zu forschen. Das grandiose Ergebnis ist die neue Jacke "Tom" und natürlich eine entsprechende Hose dazu. Beides ist aus atmungsaktivem, zwar synthetischem aber gewebtem Material, das Feuchtigkeit und Schmutzt abweist und zu 100% den Regeln der ISSF entspricht. Die steifen Teile sind wirklich steif und die weichen Teile sind angenehm, fast kuschelig. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Man kann sich die Jacken und Hosen nach Maß anfertigen lassen und bekommt sie in allen Farben, die man sich nur wünscht. Daß man mit dieser neuen Kleidung auch etwas trifft, ist ja eigentlich das wichtigste überhaupt. Das bewies Tom Farnik gleich selbst. Nach seinen hervorragenden Leistungen beim World Cup 2007 rannten ihm die Spitzenschützen der Welt buchstäblich das Zelt ein. Auch bei den bayerischen Meisterschaften war auf seinem Stand Hochbetrieb. Dutzende von Schützen aller Leistungsklassen wollten diese neue Jacke möglichst bald haben und ließen sich gleich Maß nehmen. Hier kann man die Kleidung bestellen: www.maennel.at
 





Juli 2003

Pufferpatronen und mehr

Nach dem Pamphlet, das der BSSB im Frühjahr herausgebracht hatte, waren viele Schützen schon ziemlich gespannt, wie die Offiziellen all diese Neuerungen dann tatsächlich bei den Meisterschaften handhaben würden. Die bayerischen Meisterschaften Anfang Juli 2003 in Hochbrück waren sozusagen der erste Testlauf.
Die Waffenkontrollen waren problemlos wie immer. Anders sah es dann an den Ständen aus. Je nachdem, auf wen man als Aufsicht traf, durfte man sich auf einiges gefaßt machen. Hier ein paar Situationsbeschreibungen:
KK Dreistellungskampf. Schütze A hatte brav seine Pufferpatrone im Lauf, bis vor dem Liegendanschlag die Erlaubnis zum Entfernen derselben gegeben wurde. Fortan lag die Pufferpatrone auf der Brüstung. Schütze A schoß liegend und stehend und kniend, und die Pufferpatrone lag auf der Brüstung. Während des Kniendanschlags jedoch stand Schütze A nach einem schlechten Schuß auf, um sich neu in eine bessere Position zu bringen. Da kam die Aufsicht zu ihm her und forderte ihn auf, sogleich die Pufferpatrone einzuführen. Während des Umbauens des Gewehres vom Liegend- zum Stehendanschlag, bzw. vom Stehend- zum Kniendanschlag war das offensichtlich nicht notwendig gewesen. Jetzt aber, mitten im Wettkampf wurde der Schütze von der Aufsicht mit einer solchen Anordnung gestört. Der Schütze weigerte sich, die Aufsicht motzte, und letztendlich wurden die Schützen der näheren Umgebung durch das lautstarke Schimpfen der Aufsicht ebenfalls gestört.
Dieselbe Aufsicht hatte aber noch mehr auf Lager. Schütze B aus der Altersklasse ist Brillenträger. Nach seinem Wettkampf legte er wie er es seit Jahrzehnten gewohnt ist, sein Gewehr auf der zusammengeklappten Pritsche ab. Die Aufsicht kam sofort und wies ihn an, das Gewehr nicht dort sondern ganz vorne auf der Brüstung abzulegen. Dann forderte sie ihn auf, diesen Bereich nicht mehr zu betreten, um die anderen sich noch im Wettkampf befindlichen Schützen nicht zu stören. Sie hatte auch sogleich den Zettel zur Unterschrift in der Hand. Der Schütze hatte aber während des Schießens seine Brille vorne auf der Brüstung abgelegt und diese noch nicht wieder geholt. Ohne Brille würde er nicht unterschreiben, meinte er. Seine Brille von der Brüstung vorne holen durfte er aber nicht, um die anderen Schützen nicht zu stören. Gleichzeitig aber schimpfte die Aufsicht laut, weil der Schütze sich weigerte, ohne Brille etwas zu unterschreiben.
Und noch die dritte Aktion eben dieser Aufsicht: Seit neuestem ist es nicht mehr erlaubt, sich nach dem Schießen auf den zusammengeklappte Pritzsche zu setzen und sich dort umzuziehen. Man muß sich vielmehr auf die andere Seite jenseits der fest eingebauten Stühle begeben und darf sich nur dort umziehen. Nun hat ein Schütze nach einem Dreistellungskampf aber allerlei Utensilien herumliegen, die er wegräumen möchte. Es ist selbstverständlich, daß er sich dabei umsichtig verhält, um andere Schützen neben sich nicht zu stören. Schütze C saß also nach dem Wettkampf erst einmal etwas erschöpft auf der zusammengeklappten Pritsche. Die Aufsicht kam sogleich an und forderte Schütze C lautstark auf, sich auf die andere Seite der Stühle zu begeben und sich dort umzuziehen, um die Schützen an den Nachbarständen nicht zu stören. Schütze C nahm also seine Tasche und postierte diese auf die andere Seite zwischen Stühle und Zuschauergalerie. Wieder kam die Aufsicht und moserte, daß man nicht vorbeigehen könne, wenn dort eine sperrige Tasche liege, und der Schütze solle doch die Tasche wegtun. Wieder wurden noch im Wettkampf befindliche Schützen gestört.
Es gab aber während dieser bayerischen Meisterschaften auch Aufsichten, die all diese Neuerungen des BSSB für ebenso unsinnig halten wie die Schützen. Mit einem bitteren Lächeln taten sie ihre Pflichten und bemühten sich, so wenig wie nur möglich zu belästigen. Ein Dank an diese Menschen.

 


Mai 2003

Gerhard Furnier schickte mir eine E-Mail und teilte mir mit, daß er der Verfasser dieses Pamphlets ist. Auf meine Frage, was sicherer sei, eine Pufferpatrone oder ein Gewehr, aus dem das Schloß entfernt ist, erhielt ich jedoch keine Antwort.

Frühjahr 2003

An alle aktiven Wettkampfschützen
Aufruf zum Protest

 

In unsrem Verein flatterte uns ein sog. "Sicherheitsblatt" mit allen möglichen neuen Anordnungen für die Bayerischen Meisterschaften in Hochbrück auf den Tisch. Das Blatt war zwar weder unterschrieben noch trug es eine Absenderangabe, dennoch vermuten wir, daß es von irgend jemand Offiziellem des BSSB herausgebracht worden ist uns somit wohl Gültigkeit haben soll.

 

Hiermit rufe ich alle aktiven Wettkampfschützen auf, einmütig gegen die dort aufgelisteten Vorschriften zu protestieren. Ganz unten auf diesem Pamphlet steht zwar, daß Verstoß zum Ausschluß von den Wettkämpfen führen würde, wenn wir jedoch alle dagegen sind, können sie uns nicht alle ausschließen.

 

Detaillierte Begründung für den Protest (Text kursiv steht auf dem Blatt):

  • Waffen dürfen nur in Transportbehältern transportiert werden. – Wozu? Warum sollte man auf dem Geländer der Olympiaschießanlage in Hochbrück eine Waffen nicht unverschlossen transportieren dürfen? Man transportiert eine Waffe in einem Behälter einerseits, um sie vor Beschädigung zu schützen, und andererseits, um sie vor den Blicken Fremder zu verbergen. Der Schutz vor Beschädigung ist die persönliche Angelegenheit jedes einzelnen Schützen. Blicke Fremder? Jeder auf einer Schießanlage weiß, daß die Schützen Waffen transportieren. Also fällt dieses Argument weg. Eine unverschlossene Waffe ist sogar sicherer als eine verschlossene, denn man sieht sofort, daß der Verschluß offen steht.
  • Waffen sind generell mit geöffnetem Verschluß zu transportieren. – Das ist selbstverständlich. Es ist nichts dagegen einzuwenden.
  • Waffen dürfen nur im Bereich der Waffenkontrolle ausgepackt werden. – Blanker Unsinn!! Soll etwa jeder Schütze, der an seiner Waffe etwas verändern, anders einstellen, reparieren, verbessern möchte, sich dafür in den Bereich der Waffenkontrolle begeben?
  • Waffen dürfen nur am Stand nach Freigabe durch den Schießleiter ausgepackt werden. – Blanker Unsinn!! Diese Anordnung verstößt gegen § 2 (1) des deutschen Grundgesetzes zur Freiheit der Entfaltung der Persönlichkeit.
  • Waffen dürfen nur nach Abnahme durch die Standaufsicht eingepackt werden. – Ebenfalls unerhört! Jeder Besitzer einer Schußwaffe hat durch Ablegen der Sachkundeprüfung dokumentiert, daß er in der Lage ist, verantwortungsbewußt mit einer Schußwaffe umzugehen. Dazu gehört auch das Aus- und Einpacken der Waffe. Jugendliche, die dies möglicherweise noch nicht können, haben sowieso eine erwachsene Aufsicht zur Seite.
    Die beiden letzten Vorschriften führen dazu, daß Sportschützen wie Soldaten oder Mitglieder paramilitärischer Vereinigungen behandelt werden, die nur auf Befehl agieren dürfen. Wir sind jedoch Sportschützen und keine militanten Gruppierungen. Wir sind nicht stumpfsinnige Befehlsempfänger sondern verantwortungsbewußte Bürger und wollen als solche geachtet und behandelt werden!
  • Feuerwaffen sollen sog "Pufferpatronen mit Signalflagge" haben. – Diese Verordnung ist unbedingt gänzlich abzulehnen!!! Unsere Sportgeräte sind hochwertige Präzisionswaffen, in die man nicht einfach irgendein Plastikteil stecken darf! Was ist, wenn eine solche "Pufferpatrone" den sensiblen Lauf eines Gewehrs oder einer Pistole verletzt, und das Sportgerät daraufhin nicht mehr genau schießt? Wer haften für den Schaden? Bestimmt nicht der Hersteller einer Pufferpatrone! Hierbei dürfte es sich um miese Geschäftemacherei handeln, die unbedingt komplett abzulehnen ist.
  • Flinten dürfen nicht mehr unverpackt vom Auto zum Stand transportiert werden. – Dies ist mehr als unerhört und gänzlich unzumutbar!! Wer eine Flinte unverpackt transportiert, trägt diese mit abgeknicktem Lauf. Damit ist sie absolut ungefährlich, selbst wenn eine Patrone im Lauf stecken sollte (was sowieso kein Schütze tun würde!). Im Gegensatz dazu ist eine Flinte, die in einem Futteral oder einem Koffer transportiert wird, geschlossen. Damit ist sie erheblich gefährlicher, denn eine Patrone im Lauf könnte losgehen und Schaden anrichten. Bei einer geschlossenen Flinte kann man nicht sehen, ob sich eine Patrone im Lauf befindet oder nicht.
Der Schreiberling dieses "Sicherheitsblatts" scheint eine Phobie hinsichtlich des Anblicks unverpackter Waffen zu haben. Damit gehört jedoch der Schreiberling vom Schießplatz entfernt und nicht die Sportschützen. Nur wenn eine Waffe unverpackt ist, kann man deutlich sehen, ob der Verschluß geöffnet ist oder nicht. Dies bedeutet, daß auf einem Schießgelände das unverpackte Transportieren einer Waffe erheblich sicherer ist als das Tragen in einem verschlossenen Behälter, durch den man nicht sehen kann, ob der Verschluß der Waffe geöffnet ist oder nicht.

Sportschützen aller Vereine und aller Disziplinen, wehrt Euch einmütig und einstimmig gegen diese unsinnigen neuen Verordnungen, die sich irgend jemand aus den Reihen des BSSB ausgedacht hat! Schreibt an den BSSB (z. B. an info@bssb.de oder an BSSB, Ingolstädter Landstr. 110, 85748 Garching-Hochbrück) und fordert diesen auf, von offizieller Seite her diese sog. "Sicherheitsvorschriften" umgehend zurückzunehmen!

Wir leben in einem demokratischen Land. Jedoch nur wenn genügend Sportschützen protestieren, werden diese unsinnigen Verordnungen auch zurückgenommen werden.

 

VISP: Korinna Zürner, Franz-Joseph-Str. 38, 80801 München, E-Mail: korinna@korinna.de

 

 


Feinwerkbau

 

 

 

 


30. Juni 2001

Bekleidungskontrolle bei den Bayerischen Meisterschaften 2001
Kustermanns Schuhe durchgefallen

 

Für den Schießsport in der Disziplin Kleinkalibergewehr gibt es seit etwa zehn Jahren genaue Vorschriften des Internationalen Schießsportverbandes, wie die Kleidung nebst Schuhwerk und Zubehör beschaffen sein muß bzw. darf. Die genaue Einhaltung dieser Vorschriften wird bei internationalen Wettkämpfen regelmäßig genauestens kontrolliert. Abweichungen in der Beschaffenheit der Bekleidung können als Versuch bewußter Manipulation eingestuft werden und zum Ausschluß vom Wettkampf führen.

Die Schützen sind also darauf angewiesen, daß die gekauften Bekleidungsstücke auch wirklich den Vorschriften des Internationalen Schießsportverbandes entsprechen. Erstmals in diesem Jahr hat man sich entschlossen, auch bei den bayerischen Meisterschaften, insbesondere in der Disziplin 3 x 40 Schuß Schützenklasse, eine genaue Bekleidungskontrolle durchzuführen. Werden hier Verstöße gegen die Wettkampfvorschriften gefunden, kann der Schütze entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ist alles in Ordnung, kann der Schütze beruhigt zu den deutschen oder internationalen Meisterschaften gehen, ohne Angst vor der Kontrolle haben zu müssen.

Bei der Durchführung dieser Bekleidungskontrolle am Samstag, den 30.6.01, in Hochbrück entsprachen die meisten Kleidungsstücke der Schützen voll den Vorschriften. Die Schießschuhe aus der Fertigung Gottfried Kustermann fielen jedoch zu einem sehr hohen Prozentsatz durch. Nach Angaben der zuständigen Prüfer war oftmals die Sohle zu lang, stand zu weit über oder war zu dick. Die Schützen waren darüber sehr betroffen, denn manche hatten erst in jüngster Zeit neue Schuhe gekauft und darauf vertraut, daß sie den Wettkampfvorschriften entsprechen würden.

Ein glatter Fehlkauf also? Gottfried Kustermann soll nach Aussagen von Teilnehmern mal wieder ziemlich cholerisch herumgebrüllt haben. Den Schützen mit den vorschriftswidrigen Schuhen half dies allerdings nichts.

 





 


Olympische Spiele 2000 in Sydney - höher, schneller, weiter, besser - kritische Gedanken am Rande

Rekorde und Rekorde brechen, das sind Schlagworte, die man besonders in der Zeit während Olympischer Spiele hört. Wenn man die Spitzenergebnisse in den unterschiedlichen Sportarten über Jahrzehnte hinweg verfolgt, macht man eine erstaunliche Feststellung:

Da gibt es die Mannschaftssportarten. Wenn ein Team gegen ein anderes antritt, kann man zwar immer raffiniertere Spielzüge und Kombinationen erkennen, aber Rekorde kann man letztendlich hier nicht aufstellen.

Ganz anders sieht es da aus, wenn der Athlet gegen die Zeit oder gegen eine Meßlatte antritt. Natürlich kommt es zum einen auf Technik, Können und hervorragende Trainer an, andererseits aber spielt hier die Perfektion des Körperbaus eine ganz ausschlaggebende Rolle. Schon immer haben die Menschen versucht, diesen zu beeinflussen, um ihm noch größere Leistungen abzuringen.

"Doping" ist seit mehreren Jahrzehnten ein gefürchtetes Schlagwort. Streng wird bei allen großen Wettkämpfen kontrolliert, ob die Sieger nicht doch irgendein verbotenes Mittel eingenommen haben, um ihre Leistungen zu verbessern. Von den schwarzen Schafen - oder eher denen, die sich im Gegensatz zu den Geschickteren haben erwischen lassen - soll hier jedoch nicht die Rede sein.

Man kann beobachten, daß seit etwa Mitte der achtziger Jahre die Spitzenergebnisse vor allen Dingen in der Leichtathletik und im Schwimmen sich drastisch, geradezu schlagartig ganz erheblich verbessert haben. Woran liegt das?

Das Geheimwort heißt "Wachstumsfaktoren". Dieses sehr teure Mittel, das die Muskeln eines Menschen ganz gewaltig aufbaut, wurde ursprünglich entwickelt, um kleinwüchsigen Menschen zu einer doch relativ angemessenen Statur zu verhelfen.

Verabreicht man dieses Mittel jedoch einem aktiven (natürlich normalgroßen) Sportler über einen längeren Zeitraum hinweg, so kann dieser seine Leistungen drastisch verbessern. Einzige Nebenwirkung des Mittels ist Diabetes, was Jahre nach längerem Einnehmen auftreten kann. Aber wen interessiert es schon, wenn ein alter, abgetretener Sportler an Diabetes leidet? Das ist dann dessen Privatsache. Es gibt bereits abgetretene Sportler, die Diabetes haben.

Wachstumsfaktoren stehen nicht auf der Liste der verbotenen, als Doping titulierten Medikamente. Natürlich ist dem Olympischen Komitee diese Tatsache bekannt. Aber schließlich ist alles auch eine Frage des Geschäfts.

Die Wahrscheinlichkeit, daß Rekorde gebrochen werden, macht eine Sportart attraktiver. Das bedeutet höhere Einschaltquoten bei den Medien und damit mehr Umsatz. Und bei allem Sinn für den olympischen Geist geht es den Organisatoren letztendlich doch nur ums Geld. Es lebe der Sport!

Und noch eine Anmerkung:
Beim Schießsport helfen Wachstumsfaktoren oder sonstige Mittel definitiv gar nichts. Da geht es darum, daß man die beste Ausrüstung von der Kleidung über Gewehr bzw. Pistole bis hin zur perfekt passenden Munition hat. Dann muß man sich das entsprechende Können antrainiert haben, und im letzten Augenblick entscheiden die Nerven sowie auch ein kleines Quäntchen Glück. Zwischen einer 9,9 und einer 10,0 ist nur ein Bruchteil von einem Millimeter Unterschied. Im Vorkampf aber ist das ein ganzer, oftmals entscheidender Ring.

Man kann guten Gewissens sagen, daß der Schießsport zu jenen Sportarten gehört, in denen auch Hochleistungssportler bei intensivstem Training keine gesundheitlichen Folgeschäden zu befürchten brauchen, vorausgesetzt, sie betreiben zusätzlich gezielte Gymnastik zur Kräftigung vor allen Dingen ihrer Rückenmuskeln oder am besten von Jugend an Ballett.

 

Die deutschen Schützen in Sydney

Alle Medien sind voll mit bissigen und boshaften Artikels über das schwache Abschneiden der deutschen Schützen bei den Olympischen Spielen in Sydney. Über Sonja Pfeilschifter wird hergezogen, als sei sie überhaupt an allem schuld. Warum hat sie nicht funktioniert? Warum hat die zweifache Weltschützin der Jahre 1998 und 1999 die in sie gesetzten Hoffnungen auf eine Medaille nicht erfüllt? Ein paar kritische Gedanken sind da schon angebracht.

Der Deutsche Schützenbund reiste mit folgendem Team nach Sydney:

  • 8 Schützen Gewehr
  • 2 Schützen Laufende Scheibe
  • 6 Schützen Pistole
  • 4 Schützen Wurfscheiben
  • 4 Schützen Bogen
  • 14 Funktionäre, Betreuer, Trainer, Pressereferenten (vielleicht auch mehr, die genauen Zahlen wurden hier nicht bekanntgegeben)

Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

  • Eine Bronzemedaille Bogen
  • 4 Finalteilnahmen Gewehr - 2 x Sonja Pfeilschifter, 4. und 5. Platz; 1 x Maik Eckhardt, 4. Platz; 1 x Christian Bauer, 6. Platz
  • 1 Finalteilnahme Laufende Scheibe; Manfred Kurzer, 6. Platz
  • 1 Finalteilnahme OSP Ralf Schumann, 5. Platz
  • 1 Finalteilnahme Trap Susanne Kiermayer, 5. Platz

Von insgesamt 24 angetretenen Schützen haben also 6 eine Teilnahme am Finale erreicht. Das ist ein Viertel, und das ist nicht schlecht. Und die drei Bogenschützinnen haben mit der Mannschaft sogar die Bronzemadaille errungen. Besonders erwähnt sei noch Maik Eckhardt, der von allen acht angetretenen Schützen das beste Liegendfinale schaffte und sich so vom 7. Platz im Vorkampf mit 596 Ringen auf den 4.Platz hatte vorarbeiten können.

Doch werfen wir nun einen Blick auf die ganze Weltelite der Schützen. Bei den Männern gab es insgesamt zwei Russen und einen Ukrainer, die es überhaupt schafften, in mehr als einer Disziplin das Finale zu erreichen. Der mit Abstand Erfolgreichste war Artem Khadjibekov mit Silber Luftgewehr, 4. Platz KK 3x40 und 6. Platz Liegendkampf.

Bei den Frauen gab es weltweit nur eine einzige Schützin, die gleich in zwei Disziplinen das Finale erreichte: Sonja Pfeilschifter, 4. Platz KK 3x20, 5. Platz Luftgewehr. Den Vorkampf in KK 3x20 hatte sie gewonnen, mit dem Luftgewehr hatte sie im Vorkampf den 3. Platz erzielt.

Nun stellt sich die berechtigte Frage: Warum hat sie im Finale versagt? Warum sind ihr, die sie sich doch in zahlreichen Finalkämpfen in der Vergangenheit bereits nochmals gesteigert hatte, nun auf einmal die Nerven durchgegangen?

Betrachtet man die Worldcups, Welt- und Europameisterschaften der vergangenen Jahre, so wird man feststellen, daß bei allen Siegen von Sonja Pfeilschifter deren Trainer Hubert Bichler dabei war. Ein Spitzenathlet, gleichgültig in welcher Sportart, ist ohne seinen Trainer verloren. Der Trainer ist es, der ihn in kritischen Phasen wieder aufbaut, der ihm den letzten Kick gibt, der ihn bei Nervosität beruhigt, der seinen Zögling bis ins Innerste kennt und weiß, wie er wann auf ihn eingehen muß, damit der Sportler dann im entscheidenden Augenblick zur absoluten Spitzenleistung fähig ist.

Sonja Pfeilschifter hatte ihren Trainer in Sydney nicht dabei. Hubert Bichler gilt beim DSB als Schütze und hatte eben die Olympiaqualifikation für sich selbst um Haaresbreite nicht geschafft. Ihn als Trainer von Sonja Pfeilschifter mitfahren zu lassen, auf diesen Gedanken kam man dort nicht. Es gibt doch schließlich einen Bundestrainer, der für alle Gewehrschützen zuständig ist. Und wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Schütze seinen Privattrainer mitnehmen wollte?

Dieses Argument mag für die Olympiateilnehmer des Mittelfeldes ja zutreffen, aber man hatte beim DSB eben nicht bedacht, daß gerade eine Favoritin ungeheuerem psychischen Druck von allen Seiten, Medien wie DSB selbst, ausgesetzt ist. Man hatte nicht bedacht, daß Hubert Bichler Sonja vor all dem Rummel viel besser hätte abschirmen können und ihr eben zu der Ruhe verholfen hätte, die sie als Vorbereitung für ein gutes Finale gebraucht hätte.

Auf der Wies'n in München einen Tag nach Sonjas erstem Wettkampf in Sydney entdeckte Josef Ambacher, der Präsident des DSB, Hubert Bichler, ging schnurgerade auf ihn zu und sagte zu ihm: "Du hättest doch nach Sydney mitfahren können. Der DSB hätte das schon bezahlt." Leider ist ihm diese Einsicht zu spät gekommen.

 



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