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Der süße Weihnachtsbaum

Jedes Jahr gibt es bei uns in der Kirche einen Weihnachtsbaum. Etwa Mitte Dezember, rechtzeitig vor der Gemeindeadventsfeier wird er zumeist aufgestellt und bleibt dann bis Heilig drei König.
Natürlich war es auch in diesem Jahr so, und doch war da etwas anders.
An jenem Samstag Nachmittag, als die Besucher nach und nach zur Gemeindeadventsfeier eintrudelten, bemerkten sie es sofort. Der Baum war anders geschmückt. Die Kerzen und die Strohsterne, ja die kannte man bereits seit Jahren. Aber was war das Bunte, das da hauptsächlich über die untere Hälfte des Baumes verteil war? Die Erwachsenen schauten etwas skeptisch. Den Kindern aber war es sofort klar. Der Baum war voll behangen mit allerlei Süßigkeiten, Schokoladenkringeln, klebrigen Geleeherzchen, Schaumkränzen und vielem mehr. Was sollte das? Woher kamen all die Leckereien?
Die Erwachsenen schenkten dem Baum kaum weitere Beachtung. Man mußte sich schließlich gegenseitig begrüßen, den neuesten Tratsch austauschen und überlegen, an welchen Tisch und zu welchem Gegenüber man sich setzen wollte.
Die Kinder jedoch, die äugten fortwährend zu dem süßen Weihnachtsbaum. Ein kleiner Dreikäsehoch stapfte schließlich schnurstracks darauf zu, begutachtete kurz das unterschiedliche Zuckerwerk, nahm sich dann selbstsicher einen mit bunten Perlchen beklebten Schokoladenkringel und steckte diesen in seinen Mund. An dem strahlenden Gesicht war unschwer abzulesen, wie sehr ihm diese Nascherei mundete. Einige Leute hatten das Tun des Kindes beobachtet. Durfte er denn das überhaupt? Keiner hatte ihm die Erlaubnis dazu gegeben, es hatte ihm aber auch niemand verboten.
Die Adventsfeier begann und nahm ihren üblichen Lauf. Es gab wie immer allerlei besinnliche und erheiternde Beiträge, und wie immer saßen die Kinder ganz vorne, um den besten Überblick zu haben. Und fast direkt vor ihren Nasen stand der süße Weihnachtsbaum.
Zum Ende der Adventsfeier gab der Pfarrer schließlich die ganz offizielle Erlaubnis zum Plündern der Süßigkeiten am Baum.
Er erklärte das so:

Zu Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus, unserem Erlöser. Was heißt das? Jesus, der Sohn Gottes ist zwar bereits vor sehr vielen Jahren ans Kreuz genagelt worden und dort gestorben. Aber er hatte das damals bereits für uns heute getan. Am dritten Tag nach seinem Tod ist er wieder auferstanden. Er hat den Tod überwunden. Jesus, der selbst niemals in seinem Leben eine böse Tat begannen hatte, ist für unsere Sünden gestorben. Für uns hat ihn Gott wieder auferweckt, damit auch wir Leben haben und nicht in die ewige Verdammnis zu brauchen. Dieses großartige Geschenk bietet uns Jesus an. Aber er serviert es uns nicht auf einem Tablett. Wir müssen zu Jesus hingehen und uns dieses Geschenk persönlich bei ihm abholen. Wir sollen das nicht heimlich tun. Jeder soll und kann uns dabei sehen, wenn wir zu Jesus gehen, und jedermann soll wissen dürfen, daß wir Jesus liebhaben.
Die Süßigkeiten am Weihnachtsbaum konnten sich die Kinder nicht heimlich herunterzupfen. Jedes Kind, das zum Weihnachtsbaum hinging, um davon zu naschen, wurde von allen Leuten gesehen. Aber wer den Mut aufbrachte, vor aller Öffentlichkeit dieses Geschenk anzunehmen, konnte hinterher sehr glücklich sein. Ebenso kann sich jedermann glücklich schätzen, der das Geschenk des ewigen Lebens von Jesus annimmt.
Zum Ende der Adventsfeier waren alle Süßigkeiten vom Baum weggenascht worden. Zum festlichen Gottesdienst an Heilig Abend jedoch, war der Baum wieder voll behangen mit Leckereien. Wieder war jedermann herzlichst eingeladen, von dem Baum zu naschen. Und so ging es weiter, so lange der Baum stand.
Jesus ist eine Quelle lebendigen Wassers. Wir können jederzeit und immer zu ihm kommen, und er ist immer für uns da. Zu Weihnachten erhalten wir Geschenke. Mögen sie uns an das großartigste aller Geschenke überhaupt erinnern, an das ewige Leben, das Jesus uns schenkt, vorausgesetzt wir kommen zu ihm und nehmen dieses Geschenk an.




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